Freitag, 25. März 2016

"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche..."

Ein paar Gedanken zu meinem Osterspaziergang.

Ich wollte eigentlich nur ein bisschen raus, mich bewegen. Den ganzen Tag saß ich auf der Couch, habe Märchen geschaut und mich in meine Kindheit zurückversetzt gefühlt.
Planlos schlenderte ich durch die asphaltierten Straßen, der Regen tropfte auf meinen Schirm - nein halt, es war gar nicht meiner, es war der von meiner Mama, da ich meinen, mal wieder, verschlumpert habe.
Gehört habe ich den Regen nicht, denn ich hatte Kopfhörer in den Ohren. Meine Schritte haben sich dem Takt der Musik angepasst.
Nach einiger Zeit beschließe ich, den Weg zu wählen, den ich sonst langjogge. Über einen kleinen Steinweg, welcher als Brücke fungiert, gelange ich in den Wald. In der Ferne sehe ich zwei Männer. Zwei Männer allein im Wald - das klingt wie der Titel eines verkorksten Films.
Was sie wohl machen? Vielleicht brauchten sie ebenso einen Spaziergang, vielleicht klären sie ein Familienproblem? Wer weiß...
Ich nehme meine Kopfhörer aus den Ohren und bereue es sie jemals drin gehabt zu haben. Mit geschlossenen Augen nehme ich meine Umgebung wahr: einige Vögel zwitschern, der Bach vor meinen Füßen plätschert leise - ganz so als wolle er niemanden stören. Es riecht nach Regen, nach frischer, reiner Luft. Sanft streicht ein Lüftchen durch die Baumkronen und lässt sie rascheln. Ich blicke gen Himmel, die Baumstämme sind feucht und von den Blättern tropft vereinzelt der darauf liegende Regen.
Inzwischen nieselt es nur noch leicht. Mein ausgeliehener Schirm hängt um mein Handgelenk und meine Kopfhörer klopfen mit jedem Schritt gegen meine Jacke.
Meine Beine tragen mich über ein Meer aus raschelnden Blättern am Rand des Baches entlang. Bei einem kleinen Miniwasserfall halte ich inne. Ewigkeiten starre ich das Wasser an. Es fließt einfach nur, es kennt sein Ziel gar nicht und folgt einfach nur dem vorgegebenen Weg. Es läßt sich nicht ausbremsen durch ein Hindernis oder durch die Verwirbelungen nach dem Höhenunterschied. Soviel Wassermoleküle klatschen aneinander und entwirren sich wieder um sich ihrer Reise zu widmen.
Wie ist das mit unserem Leben? Wir folgen einem System, ohne zu fragen was das Ziel unseres Weges ist. Allerdings würden wir uns wahrscheinlich nicht zu schnell entwirren, wenn wir in die Tiefe stürzen. Vielleicht würden wir liegen bleiben, uns selbst bemitleiden, langsam zu kräften kommen und dann weiter machen. Vielleicht stehen wir aber auch sofort wieder auf und lassen uns nicht von so einem kleinen Hindernis unterkriegen und laufen, wie das Wasser fließt, einfach weiter. Vielleicht wollen wir auch gar nicht dem vorgegebenem Weg folgen und wollen ausbrechen, raus aus dem System ohne Ziel und rein in ein Abenteuer...


Ich gehe weiter, doch will ich die Männer nicht stören und folge dem Weg wenige Meter zurück. Dann breche ich aus - und verlasse den Waldweg. Ich möchte den Hang erklimmen und herausfinden, was da oben auf mich wartet. Was könnte es sein? Mein Kopf proheziert eine Erinnerung vor meinen inneren Augen. Die Erinnerung an einen Zeitungsartikel, es ging darum das es in der Nähe wieder Wildschweine und Wölfe gibt. Erstere sollen sogar in der Nähe von Häusern gesehen worden sein. Vielleicht treffe ich da oben auf solche Tiere? Irrsiniger Gedanke, so nah würden sie nicht an Einfamilienhäusern leben. Wenn doch?, fragt mein Kopf. Dann gehe ich ganz behutsam wieder zurück, ohne Aufmerksamkeit zu erregen., antworte ich. Wenn sie dich doch bemerken? Das ist Schwachsinn, hör auf soetwas zu denken. Vollkommener Blödsinn.
Ein Vogel fliegt schnell weg, seine Flügel flattern laut als er sich vom Ast empor in die Lüfte schwing.
Oben angekommen stehe ich vor einer Lichtung. Ohne wilde Tiere. Hab ich doch gesagt!, gebe ich triumphierend an meinen Kopf.
Der Weg zurück erfordert Kontrolle über meinen Körper, Stabilität in meinen Knien und volle Konzentration. Es geht relativ steil nach unten und man kann sich nur schwer irgendwo festhalten. Zudem sind die Blätter nass und rutschig.
Manchmal muss man sich selbst ausbremsen und einen Gang runter schalten, um nicht zu fallen.
Unten angekommen, verlassen die beiden Männer den Wald.
Ich folge meinem alten Weg bis an den Baum, an dem die Männer standen. Es befindet sich ein Loch, unten zwischen den Wurzeln. Ein großer, massiver Baum, verschmolzen mit einem zweiten, kleineren Baum. Die eine Seite steht im Wasser und in der anderen Seite klafft ein Loch, welches einen Blick in das Wurzelwerk freigibt. Ich muss an Alice im Wunderland denken: Ist Alice nicht in ein Kaninchenbau gefallen, was so oft auch als Loch in einem Baum dargestellt wird? Vielleicht liegt ja unter diesem Wald ein Wunderland, ein Land im Untergrund., ganz genau, wie realistisch...
Ich verfolge den kleinen Bach weiter und es ist als würden die Vögel mir etwas mitteilen wollen, ununterbrochen zwitschern sie fröhlich auf ihren Ästen und dennoch kann ich keinen einzigen entdecken. Ihr ruhiger Gesang wird einzig von einem Zug unterbrochen, der in weiter Ferne irgendwo fährt.
Eine kleine steinerne Treppe erweckt meine Aufmerksamkeit. Sie führt von einem Einfamilienhaus direkt zu dem Bach. Ob diese Treppe genutzt wird? Wann ja, wofür? Kühlen sich die Bewohner dieses Hauses ihre Füße im Sommer hier ab? Spielen die Kinder immer am Bach? Holen sie Wasser von hier um Pflanzen im Garten zu bewässern? Ich kann keine Pflanzen entdecken, nur eine alte, heruntergekommene Holzhütte...


Ich hebe den Kopf, schaue hoch und entdecke ein weiß - rotes Band - ein Polizeiabsperrband.
Was mag hier passiert sein? Vielleicht wurde hier ein Verbrechen begannen? Klar, genauso wird es gewesen sein. Ich denke zu dramatisch, hör auf damit.
Langsam erhebe ich mich aus meiner hockenden Position und bahne mir einen Weg durch einen Haufen auf dem Boden liegender Äste. Es knackt unter meinen schlambedeckten Schuhen. Ich halte inne und stelle fest, es ist momentan das einzige Geräusch welches zu hören ist. Alles ist mucksmäuschen still, selbst die Vögel haben aufgehört zu singen.
Immer wieder zerbrechen Äste unter meinen Schritten - knack, knack, knack. Mal lauter, mal leiser.
Hinter dem Band liegen viele Bäume kreuz und quer, als hätte sie jemand umgeschubst, als hätte nur in diesem kleinen Bereich im Wald ein Sturm gewütet und alles andere wäre verschont geblieben. Es ist ein poetisches Bild, voller Chaos und Unschwung. Ein Ausbruch aus dem malerischen Bild von all den geraden, aufrechten Bäume.


Auf meinem Rückweg begegne ich einem Enterich mit seiner Frau. Sie schwimmen entgegen dem Strom des Flusses, so als wäre es ihnen völlig egal was die Natur vorgibt, sie machen ihr Ding, so wie sie es wollen. Als ich näher komme, schlägt der Erpel wild mit seinen Flügeln, es plätschert und flattert laut. Für einen kurzen Moment wirkt es als würde er kurz über dem Wasser, in der Luft stehen. Er hat seine Dame gewarnt - vor der Gefahr, vor mir.
Zügig fliegen beide weg, fliehen in einen großen Bogen und landet in einem Tümpel.
Ein verschmitztes Lächeln zieht über meine Lippen "Ich wollte euch nichts tun, aber du passt gut auf sie auf. Sehr schön.", hauche ich in die Stille.


Wieder an der Steinbrücke angekommen, bermerke ich eine Stelle mit tieferer Bedeutung für mich. Wieder muss ich lächeln, da dieser Ort wirkt, als wäre nicht eine Sekunde seitdem vergangen. Nur das damals ein sonniger Tag war und wir von Mücken zerstochen wurden und heute alles nass und grau ist. Ich schließe die Augen, dass plätschern vom Bach hat sich seitdem kein bisschen verändert, es ist immer noch so still, ruhig, sanft, beruhigend und immer noch ein wenig zurückhaltend. Vielleicht liegt es daran, dass es das einzige Geräusch ist und es sich schämt die Stille zu zerstören. Wasser menschliche Eigenschaften zu geben, ist schon ziemlich skuril.


Mein Weg zurück führt mich wieder vorbei an Ein - und Mehrfamilienhäusern. Vereinzelt sehe ich Licht in den Fenstern brennen. Was die Menschen wohl gerade machen? Bereiten sie ihr Abendessen zu? Streiten sie vielleicht gerade? Schauen sie fern oder lesen sie ein Buch?
Durch ein Fenster kann ich Musik hören, jemand übt auf einer Gitarre. Durch ein anderes Fenster sehe ich einen Mann der den Tisch deckt, darüber hängt eine Girlande aus Papier, vielleicht gibt es einen Geburtstag zu feiern? Der Mann bemerkt mich gar nicht, wie ich vor dem Fenster stehe und ihn beobachte, er ist viel zu beschäftigt. In einem dritten Fenster stehen alte Holzhasenfiguren und beobachten mich mit großen aufgemalten Augen.
Ich stehe auf der anderen Seite eines Zweifamilienhauses, welches wir sonst immer nur durch unser Küchenfenster sehen. Die eine Hälfte des Hauses ist ordentlich und gepflegt, die andere ist runterkommen und wirkt lieblos. Ich blicke an der Hauswand vorbei und suche mit dem Blick die entfernten Wohnungen ab - DA! - in unserer Küche brennt Licht, scheint als würden meine Eltern sich was zum Abendessen zubereiten.
Nachdenklich schlendere ich nach Hause und überlege was ich mir zum Abendessen mache. Ich glaube ich werde mir einfach ein paar Möhren aufschneiden und sie in meinen veganen Eiersalat dippen.


Vielen Dank Wald, an diese Inspiration - und dafür das ich für dieses letzte Bild in Hundescheiße gelatscht bin...

"... Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!"
CoCo.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Piercing Blogparade: Zungenbändchenpiercing

Mein weihnachtlicher Beitrag zum 21. Piercing der Piercing Blogparade

Aloha hey an all ihr Zerstochenen!

Ich mache bei einer Blogparade zum Thema Piercings mit - die Idee stammt von Vicky von Technical Cuteness und es werden 1 Mal die Woche (immer Montags) zu den verschiedensten Piercings Posts veröffentlicht. Einiges habe ich ja kurz nach dem Stechen schon beschrieben, jetzt versuche ich ein bisschen genauer zu werden :)


Mein spontanstes aller Piercing, ich hatte es innerhalb einer Woche beschlossen es mir stechen zu lassen, da ich endlich wieder ein Piercing brauchte... mein Zungenbändchenpiercing.
 Wenn man die Zunge nach oben zum Gaumen hebt, sieht man ein Band von der Zungenunterseite zum Mundboden verlaufen - schiebt man horizontal dadurch einen Piercingschmuck, hat mein Zungenbändchenpiercing.
Wieso lässt man sich ein Piercing stechen, welches man gar nicht sieht?! Genau diese Frage stellte ich mir als meine Freundin Mischi sich dieses Piercing stechen lies. Ich finde es ist ein sehr schönes Piercing, man hat es ganz für sich allein und es ist so ein "Überraschungspiercing" - außerderm kann man so schön daran rumspielen ;D

frisch gestochenes ZBP
Da sieht man es :3

Das Zungenbändchenpiercing - Piercer und Kosten

Gestochen wurde das gute Stück 2014, einen Tag vor Halloween von meiner Piercerin im Point A (welches übrigens auf die Großenhainerstraße 14 in Meißen zieht, deswegen heute keine Verlinkung).
Der 45€ teure Schmuck wurde mit einem Betäubungsspray gestochen (wurde mir unter die Zunge gesprüht, danach fühlte sich meine Zunge an wie ein Waschlappen). Es kann, wie bei mir, eine Banane als Erstschmuck genutzt werden oder, wie bei Mischi, ein Klemmkugelring oder, wie bei Maria ein Hufeisenring.
Bei der Banane merkt man nur zwei, drei Tage die Kugeln, dann geht es - aber der Nachteil ist, man hat am Anfang durch die Schwellung, die ganze Zeit Angst das der Schmuck rausrutscht.
Das Hufeisen soll nerviger sein, man spührt es länger nach.

Das Zungenbändchenpiercing - Schmerzen

Wie oben erwähnt, bekam ich ein Betäubungspray. Das Stechen habe ich also gar nicht gespührt. Was aber nervig ist: Essen. Empfehlenswert sind Suppen für die ersten 3 Tage. Dadurch das beim Kauen die Zunge ja immer wieder bewegt wird, stört das ungemeint.

Kühlen mit Eiswürfel - schwierig, aber möglich

Das Zungenbändchenpiercing - Pflege und Heilung

In der ersten Woche KANN man es mit Octenisept einsprühen, muss man aber nicht.
Wenn es verheilt ist (nach ca. 2 bis 4 Wochen), sollte man es zweimal die Woche säubern - am besten nach dem Zähne putzen. Ich halte immer eine Kugel fest und kratze über die andere Kugel mit einem Zahnstocher drüber (auch an den Rändern). Das bei der anderen Kugel wiederholen und danach den Mund mit Mundspülung ausspühlen.


Ich kann euch nur von meiner Erfahrung berichten! Wenn ihr Probleme oder schwierige, komplexe Fragen habt, wendet euch an euren Piercer!

Liebste, schmerzhafte Grüße,


CoCo.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Piercing Blogparade: Tunnel

Mein weihnachtlicher Beitrag zum 18. Piercing der Piercing Blogparade

 Ho ho ho an meine liebsten Zerstochenen,

da sitze ich nun also - am offenem Fenster durch welches die Sonne scheint, habe ein kurzärmliges, weites Top an und viel zu warme Kuschelsocken. Meine Haare ziert eine kleine Weihnachtsmütze, in meinen Ohren hängen Weihnachtsbäume, auf einer meiner Tabs ist YouTube geöffnet und mir werden Weihnachtslieder entgegen geträlert. Nicht zu vergessen meine Mum, die hinter verschlossener Küchentür irgendwas leckeres zusammenbraut.
Es ist Weihnachten! Ich weiß, bei einem Blick aus dem Fenster schwer zu glauben, aber man muss ja nicht rausgucken...
Wieso setzt man sich denn zu Weihnachten an den Computer und schreibt einen Piercing Post? Weil man sonst einfach keine Zeit findet... ich hab einfach einen vollkommen überfüllten Terminkalender, mein Manager hat mir einfach keine 5 Minuten Zeit zum Schreiben gelassen... (Spaß beiseite, Lernen ist stressig und ich hatte ein Motivationstief...)
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Ich mache bei einer Blogparade zum Thema Piercings mit - die Idee stammt von Vicky von Technical Cuteness und es werden 1 Mal die Woche (immer Montags) zu den verschiedensten Piercings Posts veröffentlicht. Einiges habe ich ja kurz nach dem Stechen schon beschrieben, jetzt versuche ich ein bisschen genauer zu werden :)




Meine Tunnel (geweitete Ohrlöcher), eigentlich sollte es sie ja gar nicht geben...
Kurz bevor jeder anfing sich seine Ohrlöcher zu dehnen (ca. 2011 / 2012), hatte eine Freundin aus meiner Klasse sich ein Ohrloch gedehnt. Ich fand es zu Beginn fürchterlich, später war ich davon angetan und fragte meine Mum ob ich meine Ohrlöcher den nicht auch dehnen dürfe - die Antwort war nein.
Auf einem Weinfest, im Septemer '11 oder '12, entdeckte ich einen Piercingstand welcher auch Tunnel und Dehnzubehör hatte. Hier holte ich mir einen 2mm Dehnstab und eine 2mm Dehnspirale. Ich hatte es mir nichtmal mit der Absicht geholt wirklich zu dehnen, ich fand es einfach nur hübsch einen Dehnstab zu tragen.
Wie es aber so ist, wenn man dann tatsächlich mit etwas anfängt, kann man nicht aufhören. Deshalb beschloss ich mein linkes Ohrloch auf 4mm zu dehnen, als ich diese 4mm erreicht habe, stellte ich fest: "Das ist arg winzig.", ich dehnte weiter auf 6mm. Jetzt tat mir aber der bereits gekaufte 4mm Schmuck leid und ich beschloss das Ohrloch, welches ich mir noch vor dem Kauf der 2mm Dehnsachen hab stechen lassen, auf 4mm zu dehnen. Eine Zeit ging das ganz gut. Doch dann sah ich jemanden mit einem goldenen Tunnel , was ich so toll fand das ich direkt einen solchen haben wollte - diese gab es aber erst am 10mm. Keines der beiden Tunnel links konnte ich auf 10mm dehnen, dass wäre mir eingerissen, also kam nun das rechte Ohrloch dran.
Kaum war dieses bei 10mm angelangt, musste links auch nochmal größer werden: aus 4mm wurden 6mm und aus 6mm wurden 8mm.
Wie bin ich soweit gekommen, wenn meine Mum doch eigentlich dagegen war und mein Dad das auch hässlich findet? Ich habe es einfach trotzdem getan und immer gesagt, dass wird nicht groß und ich mache nichts rein wo man das Loch sieht... ha ha ha... (liebe Kinder, nicht nachmachen, man sollte auf seine Eltern hören und sich ihnen nicht widersetzen *Moralpredigt zu Ende*)

Ignoriert bitte die Tatsache das mein Snug und mein Inner Conch bisschen angegriffen sind

Das Tunnel - Piercing - Geschichte

Gedehnte Piercings sind wahrscheinlich so alt wie Piercings selber. Alle modernen Dehnungsmethoden wurden bereits von indigenen Kulturen angewandt.
Die bisher ältesten nachgewiesenen gedehnten Ohrlöcher sind die der 1991 entdeckten Gletschermumie Ötzi aus der Jungsteinzeit, von ca. 3359 und 3105 v. Chr. Der „Mann vom Tisenjoch“ trug auf etwa sieben bis elf Millimeter gedehnte Ohrlöcher. Darstellungen des altägyptischen Königs Tutanchamun, der etwa von 1332 bis 1323 v. Chr. regierte, zeigen diesen ebenfalls mit vergrößerten Ohrlöchern. Auch Buddha-Figuren werden in der Regel mit geweiteten Ohrlöchern dargestellt. Historische Funde aus der Moche-Kultur, die sich vom 1. bis zum 8. Jahrhundert in Peru entwickelte, zeugen von geweiteten Labret-Piercings. [...]
- Wikipedia

Das Tunnel - Piercing - Piercer und Kosten

Meine Ohrlöcher wurden alle geschossen (keine gute Idee da das Gewebe zu schnell verdrängt wird...). Wieviel das gekostet hat, weiß ich nicht mehr genau, aber es waren bestimmt nicht mehr als 15€. Die allersten (jetzt 8 und 10mm) bekam ich mit 3 Jahren, die anderen (jetzt 6mm und rechts ungedehnt) so ca. 2011.
Man kann Ohrlöcher auch mein Piercer dehnen lassen, ich habe es selbst getan. Die Preise für das Dehnbehör entscheiden sich je nachdem wo man Dehnzubehör kauft und welche Größe man nimmt. Ich habe damals viel bei Crazy Factory bestellt.

Das Tunnel - Piercing - Schmerzen

Ganz wichtig: pro Monat nicht mehr als 1mm dehnen!!
Wenn ihr zu schnell dehnt, erhaltet ihr am Ende einen hässlichen "Arschlocheffekt" oder gar einen "Blow Out". Das Gewebe braucht Zeit um sich an den neuen Zustand zu gewöhnen und zu heilen.
Ich selbst habe auch ab und zu bisschen zu schnell gedehnt, aber nochmal Glück gehabt und nichts von beiden davon getragen (gut wenn ich den Schmuck längere Zeit rausnehme, habe ich links mini - minimal einen Arschlocheffekt). Mein größtes Problem war mein jetziges 6mm Ohrloch: das Loch war im ungedehnten Zustand mal halb zugewachsen, wurde wieder durchgeschoben, aber dennoch habe ich eine kleine Narbe in dem Bereich - diese Narbe ist immer wieder durch das Dehnen immer aufgegangen (ha, das schreit nach Dummheit, ich weiß... ich war jung...). Dies hat natürlich geblutet und tat weh.
Ansonsten schmertzt das Dehnen kaum. Klar wenn man gleich ohne ein Gleitmittel 2mm oder mehr durchjagt, dann sollte man sich nicht wundern wieso es wehtut.
Ich habe es folgendermaßen gemacht: Ohrloch und Schmuck desinfiziert (SOS Desinfektionstücher (gibt es im Kaufland und Rossmann)), anschließend habe ich das Ohrloch mit Octenisept (gibt es in der Apotheke) schön intensiv eingesprüht, dadurch rutsch der Schmuck bisschen besser rein (Vaseline oder solche ähnlichen Cremes sind auch möglich). Schiebt den Schmuck nur soweit rein, wie es nicht wehtut (ein bisschen Zwicken ist normal).

Das Tunnel - Piercing - Pflege und Heilung

 Eigentlich habe ich oben dazu schon alles gesagt.
Mindestens einen Monat pro Millimeter dehnen, mit Octenisept säubern.
Bei Problemen empfehle ich wie immer mit Salzwasser reinigen oder Kamillentee drauf geben.

Das Tunnel - Piercing - Schmuckvarianten

 Da gibt es so viele Varianten! Hier ein paar Bilder aus meiner Sammlung:
 
Mir ist aufgefallen das mein 10mm Dehnstab weg ist... äußerst mysteriös...







Falls ihr noch ein bisschen weiter stöbern wollt, Mimi im Wunderland hat ebenfalls zum Tunnel einen Post verfasst.

Bis jetzt sollte ich in 2 von 7 Praktika meine Tunnel "verstecken", also Plugs reinmachen. Einmal, da es die Chefin einfahc nicht mochte, dasss andere Mal, weil es eine Verletzungsgefahr für mich oder Patienten darstellen könnte.
Von Patienten habe ich noch nichts wirklich gravierend negatives gehört. Klar, einige ältere Menschen gucken bisschen komisch oder sagen mal was, aber ansonsten interessiert es niemanden (hab sogar einige Male positives Feedback von älteren Menschen bekommen).

Ich kann euch nur von meiner Erfahrung berichten! Wenn ihr Probleme oder schwierige, komplexe Fragen habt, wendet euch an euren Piercer!

Liebste, schmerzhafte Grüße,


CoCo.


Aus Supernatural: Sam Winchester schmückt den Weihnachtsbaum ♥

Ich wünsche euch ein wunderschönes, besinnliches, gemütliches Weihnachtsfest mit viel "Lamedda".
Zum Abschluss noch ein Lied, was einem zwar ziemlich auf den Senkel geht, aber einerseits einfach zu Weihnachten gehört und dieses Jahr eine besondere Bedeutung für mich hat ♥